
Der Produktionsstandort von Haltermann Carless in Speyer verbindet industrielle Tradition mit konsequenter Zukunftsorientierung. Seit der Inbetriebnahme in 1965 hat sich das Werk stetig weiterentwickelt. Von Beginn an prägten moderne Technologien und ein klarer Innovationsanspruch das Werk – ein Anspruch, der bis heute gelebt wird. Strategische Lage, ein starkes Produktportfolio, laufende Investitionen und engagierte Mitarbeitende bilden das Fundament für den Erfolg. Nun geht der Produktionsstandort wieder wichtige Schritte Richtung Zukunft: für mehr Nachhaltigkeit, höhere Effizienz und deutlichen Kundenmehrwert. Zeit also, genauer hinzuschauen. Im Interview spricht der Standortleiter Dr. Thorsten Ackmann über die Entwicklung des Werks, über Herausforderungen und Chancen – und darüber, wie sich Tradition, Innovation und Motivation in Speyer verbinden.
Herr Dr. Ackmann, Sie sind seit Januar 2023 Standortleiter für Haltermann Carless in Speyer, davor waren Sie vier Jahre als Produktionsleiter und Inbetriebnahmeleiter der Hydrierung in dem Werk tätig. Was ist für Sie das Besondere am Werk in Speyer?
Ackmann: Der Standort hat eine lange Tradition und ist dabei immer modern geblieben. Dies sieht man auch bei unserer Belegschaft – ein tolles, hoch qualifiziertes Team aus vielen erfahrenen Kolleginnen und Kollegen und jungen kreativen Mitarbeitenden. Ebenso vielfältig sind wir in unserem Portfolio: Wir bieten unseren Kunden eine Vielzahl an hochwertigen Produkten, beispielsweise hochreine Kohlenwasserstoffe für die Pharmaindustrie oder Pentane, die unter anderem in Polyurethanschäumen für eine gute Gebäudedämmung sorgen. Darüber hinaus produzieren wir reine, technische Kohlenwasserstoffe, Druckfarbenöle und Komponenten für Testkraftstoffe am Standort. Neu ist die Herstellung von Produkten aus Gas-to-Liquid (GTL)-Rohware. Die große Bandbreite an unterschiedlichen Industriekunden, schätzt unsere Qualität „Made in Germany“.
Welche Vorteile bietet der Standort Ihren Kunden?
Ackmann: Mit unserem Werk in Speyer liegen wir strategisch vorteilhaft in der Mitte von Europa, direkt am Rhein und in der Nähe des Frankfurter und des Baseler Flughafens. Wir verfügen über einen eigenen Schiffsanleger am Werksgelände, eigene Be- und Entladestationen für Eisenbahnkesselwagen sowie eine moderne Verlade- und Mischstation für Tankwagen. Das ist ein großer Vorteil in Punkto Logistik - sowohl was die Auslieferung unserer Produkte an unsere Kunden in der ganzen Welt angeht als auch die Anlieferung von Rohwaren. Denn neben der hohen Produktqualität verbürgen wir uns für eine hohe Lieferzuverlässigkeit.
Als strategisch wichtiger Produktionsstandort wurde und wird zudem kontinuierlich in das Werk investiert, um Weiterentwicklungen voranzutreiben und Trends umzusetzen. Das zahlt sich aus und ist die ideale Ausgangslage, um weiterzuwachsen, die Erfordernisse des Marktes zu bedienen und gleichzeitig Arbeitsplätze in dieser Region zu sichern.
In 2022 haben Sie am Standort eine moderne Hydrieranlage in Betrieb genommen. Welche Vorteile bietet diese Ihren Kunden?
Ackmann: Die Hydrieranlage ist eine der größten Investitionen unseres Unternehmens in den letzten Jahre. Sie ermöglicht es uns, mit modernster Technologie eine Produktpalette mit noch höherer Reinheit und extrem geringem Aromatengehalt herzustellen. Dies ist vor allem für unsere Mitteldestillat-Kunden ein wichtiges Thema.
Außerdem sind wir in der Lage, die Kapazitäten für unsere Pentane deutlich zu erhöhen. Mit der Hydrieranlage sind wir zum größten Hersteller von Cyclopentan weltweit geworden, das nur mal nebenbei erwähnt. Alles in allem bieten wir unseren Kunden mit der Hydrieranlage hohe Produktqualitäten und eine große Versorgungssicherheit.
Ende 2025 haben Sie mit dem Lizenzgeber der Hydrieranlage – der Firma Neste – eine Vertragserweiterung abgeschlossen. Was hat es damit auf sich?
Mit der erweiterten Lizenzvereinbarung für die NEXSAT-Hydrierungstechnologie können wir am Standort Speyer nun das volle Potenzial dieser flexiblen Technologie ausschöpfen. Das bedeutet, dass wir eine noch größere Bandbreite an Rohstoffen verarbeiten können – insbesondere nachhaltige und biobasierte Einsatzstoffe sowie lokal bezogene Rohstoffe.
Damit können wir unseren Kunden gezielt innovative und umweltfreundliche Lösungen „Made in Germany“ anbieten und gleichzeitig einen Beitrag zur Reduzierung der Klimabelastung zu leisten. Damit stärken wir nicht nur nachhaltiges Wirtschaften hier in der Region, sondern positionieren uns auch aktiv in den Wachstumsmärkten der Zukunft. Für den Standort Speyer und unser gesamtes Team ist das ein wichtiger Schritt nach vorn.
Sie sprachen auch über das Thema Gas-to-Liquid (GTL) als Rohstoff für moderne Produkte. Welche Vorteile haben diese neuen Produkte und wie wird das Thema im Markt angenommen?
Mit der Einführung unserer Halpasol® G-Produkte, also unserer GTL-basierten Produktlinie, bieten wir dem Markt synthetische Kohlenwasserstoffe mit außergewöhnlich hoher Reinheit an – frei von Schwefel und nahezu ohne Aromaten.
Das eröffnet Kunden aus unterschiedlichsten Branchen – etwa in der Kosmetik, bei High-Tech-Schmierstoffen oder in der Elektronik – neue Möglichkeiten, etwa für sensible Formulierungen, die mit klassischen mineralölbasierten Rohstoffen an ihre Grenzen stoßen. Gleichzeitig profitieren unsere Kunden von einer zuverlässigen Versorgung und konsistenten Produkteigenschaften, da die GTL-Synthese unabhängig von Schwankungen in fossilen Rohstoffqualitäten ist.
»Informieren Sie sich hier über die Halpasol® G Produkte!
Neben Zukunftsausrichtung und Kundenfokus ist Nachhaltigkeit wichtiger Bestandteil Ihrer Unternehmenskultur. Wie wird das am Standort in Speyer sichtbar?
Ackmann: Zum einen durch unsere Aktivitäten umweltschonendere Produktionsprozesse zu etablieren oder Strom aus regenerativen Energien wie Solar, Wind, Wasser zu nutzen. Zum anderen arbeiten wir, gemeinsam mit unseren Kunden, an Lösungen, effizientere und nachhaltigere Produkte herzustellen, die in der Lage sind, in der Endanwendung deutlich zur CO₂-Verringerung beizutragen.
In 2025 haben wir erfolgreich eine erste Verarbeitung von Bionaphta durchgeführt. Das hergestellte Produkt wird von einem Kunden im Bereich Performance Fuels als Biokomponente zugemischt.
Bei all den vielen Aufgaben, Verantwortlichkeiten und Zukunftsplänen am Standort braucht es auch mal eine Verschnaufpause. Was tun Sie, um Kraft zu tanken?
Ackmann: Nachhaltigkeit spielt für mich auch im privaten Umfeld eine wichtige Rolle. Ich finde meinen Ausgleich vor allem in der Natur – besonders beim Wandern im Pfälzerwald, wo ich die Ruhe, die Landschaft und die Pfälzer Kultur sehr schätze. Darüber hinaus tanke ich Kraft durch sportliche Aktivitäten wie Radfahren oder Joggen. Diese Bewegung an der frischen Luft hilft mir, den Kopf freizubekommen und neue Energie zu sammeln. Ein weiterer zentraler Bestandteil ist die Zeit mit meiner Familie. Gemeinsame Aktivitäten, ob draußen oder zuhause, geben mir Rückhalt und sorgen dafür, dass ich mit neuer Motivation an meine beruflichen Aufgaben herangehen kann.
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Dieser Blog wurde erstmals im Juli 2021 veröffentlicht und im März 2026 aktualisiert.







