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    CBD Herstellung: Wie wird der Naturstoff gewonnen?

    CBD Herstellung

    Cannabidiol oder als CBD abgekürzt ist ein seit kurzem in der EU frei verkäuflicher Inhaltsstoff der weiblichen Hanfpflanze. Im Gegensatz zum THC (Tetrahydrocannabinol) ist es nicht psychoaktiv und wirkt daher nicht berauschend. Vielmehr werden dem Molekül entkrampfende und entzündungshemmende Wirkungen nachgesagt. Wir haben uns gefragt, wie solche Naturstoffe eigentlich gewonnen werden? Lesen Sie hier mehr zur CBD Herstellung.

     

    Woher kommt der Trend zu CBD?

    Der Trend zu CBD kommt aus den USA, wo bereits seit ein paar Jahren CBD als Nahrungsmittelergänzungsmittel genutzt wird, wenn auch ohne die offizielle Genehmigung der FDA (U.S. Food and Drug Administration). Die Verwertung des Cannabidiol ging einher mit einer Liberalisierung des Anbaus und der Verarbeitung von Hanf für medizinische Zwecke, wo es als Nebenprodukt bei der Extraktion des eigentlichen Wirkstoffs THC anfällt. Es gibt mittlerweile allerdings auch eine gezielte Gewinnung von CBD aus Hanf, der kein oder wenig THC enthält, da die Nachfrage sehr stark gestiegen ist.

    Tatsächlich fällt CBD in der EU aber unter den Begriff „Novel Food“ und stellt daher eher ein Lifestyle-Produkt oder Nahrungsergänzungsmittel dar, für das eine medizinische Wirkung nicht beworben werden darf. 

     

    Wie werden solche Naturstoffe eigentlich gewonnen? Was sind die typischen Methoden für die Extraktion von CBD?     

    Am Anfang steht die Ernte, Trocknung und Aufarbeitung des Grundmaterials. Danach werden die Pflanzenteile geschrotet oder gehäckselt. Im Fall von Cannabidiol oder THC muss das Material auch noch kurz und stark erhitzt werden, damit sich die aktiven Substanzen bilden.

    CBD-Extraktion mit Kohlenwasserstoffen

    Die Extraktion mit Kohlenwasserstoffen wie n-Heptan ist eine der gängigsten Methoden. Da der Naturstoff CBD nicht besonders gut wasserlöslich ist, sind paraffinische Lösungsmittel eine gute Wahl. In einer speziellen Apparatur wird das Pflanzenmaterial immer wieder mit frischem Lösungsmittel durchspült, bis es erschöpft ist. Das n-Heptan wird am Ende abdestilliert und die letzten Spuren davon unter vermindertem Druck entfernt. Das Verfahren ist bekannt und kann leicht durchgeführt werden.

    Superkritisches Kohlendioxid zur CBD-Extraktion

    Kohlendioxid ist eigentlich ein Gas, unter Druck ist es eine farblose Flüssigkeit. Erhitzt man es unter Druck, so wird es superkritisch und verhält sich sowohl wie ein Gas als auch wie eine Flüssigkeit. In diesem Zustand dringt es ohne Probleme in den getrockneten Hanf ein und löst die darin enthaltenen Wirkstoffe. Auf diese Weise wird z. B. auch Koffein aus Kaffeebohnen extrahiert. Anschließend trennt man Kohlendioxid und festes Pflanzenmaterial und lässt das Kohlendioxid verdampfen. Der technische Aufwand dieses Verfahrens ist sehr hoch.

    Alkohole und pflanzliche Öle zur Extraktion von CBD     

    Alkohole wie Ethanol und Methanol können analog zu z.B. n-Heptan zur Extraktion genutzt werden. Da sie aber andere Lösungsmitteleigenschaften aufweisen, extrahieren sie nicht genau dieselben Substanzen aus dem Hanf. Mit der richtigen Wahl des Lösungsmittels kann man also das Ergebnis positiv beeinflussen. Alternativ kann man den Hanf in pflanzliches Öl einlegen und so einen Direktauszug herstellen.

     

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    In allen Fällen erhält man ein Rohextrakt, das neben Cannabidiol auch noch weitere Naturstoffe, THC, Wachse sowie pflanzliche Fette und Öle enthält. Diese müssen voneinander getrennt werden. In der Aufarbeitung von solchen Gemischen (sehr ähnlich der Aufarbeitung von Aktiven Pharmazeutischen Substanzen, API) werden gerne paraffinische Kohlenwasserstoffe genutzt. Sie finden Anwendung in Verfahren wie Kristallisation, Chromatographie oder zum Waschen der fertigen Substanz. Besonders geeignet sind n-Pentan, n-Heptan, n-Octan oder iso-Octan aufgrund ihren physikalischen Eigenschaften (u.a. Siedepunkt, Lösungsvermögen).

    Das gereinigte CBD kann nun weiterverarbeitet werden, meist gelöst in einem neutralen Pflanzenöl. Das Trägeröl erhöht die Bioverfügbarkeit des Cannabidiol im menschlichen Körper. Dieses Öl wird für äußere und innere Anwendungen angeboten. Es sind aber auch andere Verwendungen denkbar, so zum Beispiel in Kosmetik, Getränken, Müsliriegeln, Nahrungsergänzung, Süßigkeiten oder Liquids für e-Zigaretten.

     

    Fazit

    Um CBD aus der Hanfpflanze zu gewinnen, gibt es also verschiedene Extraktionsverfahren. Eine der gängigsten Methoden ist die Extraktion mit Kohlenwasserstoffen wie n-Heptan, aufgrund ihrer vorteilhaften physikalischen Eigenschaften. Nach der Aufarbeitung des Rohextrakts wird das gereinigte CBD weiterverarbeitet und in den meisten Fällen in einem neutralen Pflanzenöl gelöst.

     

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    Themen: Lösungsmittel, Pharmaindustrie

    Autor: Dr. Henning Böckemeier

    Autor: Dr. Henning Böckemeier

    Dr. Henning Böckemeier ist technischer Ansprechpartner für die Bereiche Performance Solvents, Mitteldestillate und Erneuerbare Produkte bei Haltermann Carless. Als Manager Technical Services & Development hält er die verbindende Position zwischen Vertrieb, Marketing und Labor. Sein Schwerpunkt liegt auf der Entwicklung von neuen Produkten und nachhaltigen Kohlenwasserstoffen sowie der Evaluierung von neuen Rohmaterialien. T +49 40 333 18 111 E-Mail hboeckemeier@h-c-s-group.com

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