Isopentan

    Isopentan ist der erste verzweigte, flüssige Kohlenwasserstoff oder auch Paraffin.  Diese Stoffgruppe nennt man auch Alkane. Das Isopentan hat eine Summenformel von C5H12

     

    Physikalische Eigenschaften

    Molare Masse

    g/mol

    72,15

    Zustand bei Raumtemperatur

     

    flüssig, farblos

    Geruch

     

    nahezu geruchslos

    CAS-Nummer

     

    78-78-4

    EC-Nummer

     

    201-142-8

    Zolltarifnummer

     

    29011000

    Dichte

    g/cm3 (15 °C)

    0,62

    Schmelzpunkt

    °C

    -160

    Siedepunkt

    °C

    28

    Flammpunkt

    °C

    -51

    Dampfdruck

    kPa (20 °C)

    76,1

    Brechungsindex

     

    1,3537


    Isopentan ist nahezu unlöslich in Wasser, zeigt aber sehr gute Löslichkeit bzw. unbegrenzte Mischbarkeit mit vielen organischen Lösungsmitteln wie Paraffinen, Ether, Estern, Aromaten oder chlorierten Kohlenwasserstoffen. 

     

    Verwendung

    Wie alle Alkane (Paraffine, gesättigte Kohlenwasserstoffe) ist Isopentan ein sehr gutes Lösungsmittel für unpolare Stoffe wie z.B. Schmierfette. Der Siedepunkt liegt aber mit 29 °C sehr nah an der Raumtemperatur, daher wird es meist anderweitig eingesetzt.

    Sehr reines, aromatenfreies Isopentan wird in Rasierseife oder Duschgel eingesetzt, da es durch die Körpertemperatur schon verdampft und die Produkte sehr fein und cremig aufschäumt.

    Aufgrund immer strengerer Regeln, die die Ozonschicht schützen und die Klimaerwärmung stoppen sollen, ist Isopentan ein idealer Ersatz für chlorierte und fluorierte Kohlenwasserstoffe zum aufschäumen von Polystyrol oder Polyurethan. 

    Cyclopentan wird sehr oft in Kombination mit unterschiedlichen Anteilen Isopentan verwendet, um Polyurethanschaum herzustellen. Das Cyclopentan hat ein bessere Isolierwirkung, das Isopentan verdampft leichter und trägt zur optimalen Bildung der Zellstruktur bei. 

    Geothermische Anlagen sind ein wesentlicher Beitrag zu erneuerbarer Energieversorgung. Dabei wird dem Erdboden Wärme entzogen und diese in einer Wärmepumpe zu Heizenergie für Gebäude umgewandelt. Als Prozessmedium in solchen Wärmepumpen kann man Isopentan einsetzen.

    Der am meisten weltweit produzieret Kunststoff ist Polyethylen (PE). Moderne Anlagen polymerisieren das Ethylen in der Gasphase. Diese muss nach der Reaktion gekühlt werden, damit die staubfeinen Kunststoffkügelchen fest werden und die Anlage nicht verkleben. In den Gasstrom wird Isopentan flüssig eingespritzt. Es verdampft und kühlt so die Reaktion. Anschließend kann das Isopentan kondensiert und wiederverwendet werden. Auch für Polypropylen, dass auf gleiche Weise in der Gasphase hergestellt wird, kann es als Prozessmedium verwendet werden.

    • Rasierschaum und Duschgel
    • Unpolares Lösungsmittel mit sehr hoher Flüchtigkeit
    • Arbeitsmedium in geothermischen Anlagen
    • Treibmittel für Polystyrol- und Polyurethanschaum
    • Gebäudeisolation
    • Prozessmedium für Polyethylen (PE, LLDPE) und Polypropylen (PP)

    Themen: C5, Bauindustrie, Feinchemie, Kosmetikindustrie, Kunststoffindustrie