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Interview: Standort Speyer ist Herzstück von Cyclopentan-Produktion

Geschrieben von Interview-Experte: Dr. Thorsten Ackmann | 7.10.2021

Cyclopentan ist für Dämmmaterialien in der Bauindustrie ein unverzichtbarer Rohstoff. Als Treibmittel in Polyurethan-Dämmplatten ist es für die Isolierleistung verantwortlich und trägt direkt zur Heizkosteneinsparung und damit zur Reduzierung von CO2-Emissionen bei. Von allen Pentanen überzeugt Cyclopentan durch eine besonders hohe Isolierleistung.

Der Haltermann Carless Standort in Speyer produziert Cyclopentan sowohl für die Bauindustrie als auch für weitere Industriezweige und sieht sich einem wachsenden Bedarf auf dem globalen Markt gegenüber. Denn Energieeffizienz ist ein wichtiger Aspekt. Besonders seit die Green Deal-Regularien der EU in Kraft getreten sind, ist Nachhaltigkeit im Bauwesen ein zentrales Thema. 

Dr. Thorsten Ackmann ist Produktionsleiter im Haltermann Carless Werk Speyer und sieht den Standort bestens für die Zukunft im Bereich Pentane gewappnet. Welche Faktoren für ihn persönlich dafür entscheidend sind und wie das mit der strategischen Ausrichtung von Haltermann Carless zusammenhängt, erfahren Sie im folgenden Interview.

 

"Mit unseren Cyclopentan-Kunden aus dem Bauwesen gehen wir hier, am Standort Speyer, in die Zukunft."

 

Herr Dr. Ackmann, Haltermann Carless ist Experte für hochwertige Kohlenwasserstoffprodukte und Lösungsmittel und spielt eine wichtige Rolle für die Dämmstoffbranche, genauer gesagt für die Bauindustrie. Weshalb?

Ackmann: Der Dämmstoffbedarf ist in den letzten Jahren stetig gestiegen. Besonders in der Bauindustrie und beim Isolieren alter Gebäude spielt Energieeffizienz eine große Rolle. Dafür gibt es drei Gründe: Zum einen ist das Thema Nachhaltigkeit viel präsenter in unserem Handeln verankert, außerdem bedeutet eine gute Isolierung am Haus ganz konkrete Kosteneinsparungen und damit auch eine CO2-Reduzierung. Zum anderen gibt es mit der Einführung des europäischen Green Deals und dem „Fit for 55“-Programm klare Regularien. 

Unsere Pentane sind dabei der Schlüssel zum Erfolg, denn als Treibmittel in Isolationsmaterialien sind sie direkt für die Isolierleistung verantwortlich. Zusätzlich haben sie aufgrund eines geringen GWP (Global Warming Potential) und null Ozonabbaupotenzial eine sehr gute Öko-Bilanz und sind eine umweltfreundliche Alternative zu fluorierten Kohlenwasserstoffen. Als einziger europäischer Hersteller aller Pentan-Isomere und in Kürze der größte Cyclopentan-Hersteller weltweit, sind wir ein wichtiger Lieferant für die Dämmstoffindustrie im Bauwesen.

 

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Erklären Sie uns doch bitte warum Cyclopentan so eine wichtige Rolle spielt?

Ackmann: Haltermann Carless produziert alle drei Pentan-Isomere: n-Pentan, iso-Pentan und Cyclopentan. Cyclopentan ist von den dreien das hochwertigste Treibmittel und wird für die Herstellung von Polyurethan (PU)-Schäumen verwendet. Das Cyclopentan schäumt den PU-Kunststoff auf, verbleibt als Zellgas im Dämmmaterial und wirkt so besonders stark isolierend. Speziell an Stellen, wo eine hohe Dämmleistung nötig ist, aber nur eine dünne Isolierschicht eingesetzt werden kann, ist Cyclopentan für die Dämmindustrie die erste Wahl.

Welche Bedeutung hat der Standort Speyer in dem Zusammenhang?

Ackmann: Der Haltermann Carless Standort Speyer ist das Herzstück der Cyclopentan-Produktion. Von hier aus versorgen wir unsere Kunden der Dämmstoffindustrie und natürlich anderer Industriesparten weltweit. Der Standort liegt strategisch günstig im Herzen Europas, nah am Rhein und mit bester Logistikinfrastruktur wie einem eigenen Schiffsanleger und eigenen Verladestationen für Kesselwagen und Tankwagen. Zudem investieren wir regelmäßig in diesen Standort.  

Neben Investitionen in produkt- und produktionsnahe Projekte, wird die klare strategische Ausrichtung für mehr Nachhaltigkeit auf allen Ebenen unseres Unternehmens vorangetrieben. Das heißt hier vor Ort konkret ab diesem Jahr der Bezug von Ökostrom. Unsere neue Hydrieranlage ist bei all unseren Investitionen ein ganz besonderes Projekt und vereint beide Aspekte.

Können Sie das genauer erläutern?

Ackmann: Mit der neuen Hydrieranlage tragen wir unserem Kundenfokus Rechnung: Sie ermöglicht im Bereich der Cyclopentane eine signifikante Kapazitätserweiterung, die dringend auf dem Weltmarkt benötigt wird. Da die Anlage auch zur Herstellung von Mitteldestillaten genutzt wird, können wir Kunden aus diesem Bereich Produkte mit verbesserter Reinheit und geringerem Aromatengehalt anbieten. Daneben setzen wir unseren klaren strategischen      Fokus auf Umwelt- und Klimaschutz um, denn mit der modernen Technologie können wir noch umweltschonender herstellen: Im Produktionsprozess fallen weder Abfälle und Abwässer noch Emissionen an.

Gibt es neben Investitionen noch weitere Aspekte, um für die Zukunft auf dem Pentan-Markt gewappnet zu sein?

Ackmann: Investitionen sind der Schlüssel für die Zukunft eines Standortes. Unsere Kunden, die Dämmstoffhersteller für die Bauindustrie, profitieren durch die neue Hydrieranlage mehrfach. Unter anderem durch die Cyclopentan-Kapazitätserweiterung, die eine verbesserte Versorgungssicherheit unserer Kunden bietet. Die Möglichkeit eine größere Rohstoffvielfalt einzusetzen, bietet mehr Flexibilität in der Produktion und stellt uns auf breitere Füße.

Für mich sind es aber besonders die Zusatzleistungen, die unsere Kunden gar nicht sehen, welche einen enormen Mehrwert schaffen. Ein gutes Beispiel hierfür ist der Einsatz unserer qualifizierten Mitarbeiter auf allen Ebenen. Hervorheben möchte ich die Einsätze unseres Teams beim Umpumpen und Beproben von Pentanen in den heißen Sommermonaten. Pentane sind bei höheren Temperaturen sehr leicht flüchtig. Durch die Verlagerung der Logistik in die Nacht- und frühen Morgenstunden können wir unsere Kunden durchgehend zuverlässig beliefern.

Ein gutes Team ist im Arbeitsalltag enorm wichtig. Was macht Ihre tägliche Arbeit noch aus?

Ackmann: Ich bin seit Herbst 2020 Produktionsleiter am Standort in Speyer – während der Corona-Pandemie. Ohne die Mitarbeiter vor Ort mit ihrer Expertise, Disziplin und enormen Flexibilität wären wir sicher nicht so gut durch die Krise gekommen. Das hat meine Arbeit ganz sicher deutlich erleichtert. Der tägliche Kontakt mit einer Vielzahl von Kollegen aus den unterschiedlichen Bereichen macht meine Arbeit als Produktionsleiter so abwechslungsreich. Ich stimme mich regelmäßig mit den Produktionsmitarbeitern ab, aber auch mit der Produktionsplanung, der Logistik, den Verwaltungseinheiten, der Werksfeuerwehr und nicht zu vergessen mit dem Bauteam der neuen Hydrieranlage.

Das klingt nach einer großen Vielfalt an Aufgaben und Verantwortungen. Wie schaffen Sie einen Ausgleich?

Ackmann: In meiner Freizeit ist mir das Zusammensein mit meiner Familie am Wichtigsten… und das Reisen, auch wenn das momentan nur eingeschränkt möglich ist. Wir sind gerne in Skandinavien und Italien. Dort tanke ich Kraft und freue mich wieder auf die interessanten Aufgaben die vor uns liegen. Denn dass dieser Standort noch vieles in der Zukunft bereit hält ist sicher!