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    Umweltschutz und Fliegen – wie geht das? SAF macht es möglich

    19.11.21 14:45 , Autor: Chris Hutchinson

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    In der modernen Luftfahrt spielt das Thema Nachhaltigkeit und Umweltschutz eine zunehmend wichtige Rolle. Bei wachsenden Passagierzahlen, hohem Luftfrachtaufkommen und steigenden Ölpreisen sind Alternativen zu fossilem Kerosin und Lösungen für die Reduzierung von CO2-Emissionen gefragt. Alternative Treibstoffe, Sustainable Aviation Fuels (SAF), sind ein entscheidender Schritt für einen klimaneutralen Luftverkehr. Lernen Sie mehr über die verschiedenen technischen Lösungen und welche Ansätze bereits Realität sind.

     

    Ist CO2-neutrales Fliegen möglich?

    Wie wäre es in ein Flugzeug zu steigen und dabei die Umwelt zu schonen? Ist es möglich CO2-neutral zu fliegen? 

    Der Wunsch zu fliegen ist seit jeher ein Menschheitstraum, der für uns heute zum Alltag geworden ist und unser Leben in so vielerlei Hinsicht erleichtert – in den Urlaub fliegen, schnell ans andere Ende der Welt gelangen, geschäftlich mobiler sein oder Waren über die Luftfracht global verteilen.

    Durch den Anstieg des weltweiten Flugverkehrs stiegen auch die CO2-Emissionen stetig. Laut Bundesverband der Deutschen Luftverkehrswirtschaft verursacht der weltweite Luftverkehr insgesamt ca. 2,83 Prozent der weltweiten CO2-Emissionen.

     

    Nachhaltiges Kerosin als wichtiger Baustein im Klimaschutz der Luftfahrt

    Die zunehmende Sensibilisierung für die Umweltauswirkungen des Fliegens mit fossilen Brennstoffen hat zu einer deutlichen Zunahme grüner Ideen und Konzepte in der Öl-, Energie- und Chemieindustrie und zu einem entsprechenden Anstieg der Investitionen in klimafreundliche Technologien geführt.

     

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    Quelle: Klimaschutzreport - Bundesverband der Deutschen Luftverkehrswirtschaft (bdl.aero)

     

    Umweltgerechtes Fliegen dank nachhaltiger Flugzeugtreibstoffe

    Nachhaltige Flugzeugtreibstoffe (Sustainable Aviation Fuels – kurz SAF) spielen eine zunehmend wichtige Rolle. Denn sie sind nicht nur klimaverträglicher, sondern ermöglichen auch eine größere Unabhängigkeit von Rohöl und schwankenden Rohölpreisen. Auch politisch wird das Thema ,Sustainable Aviation Fuel‘ vorangetrieben: Im Bericht von 2019, den die Luftfahrtbehörde Easa, die Umweltagentur EEA und die Europäische Organisation zur Sicherung der Luftfahrt Eurocontrol zusammen erstellt haben, wird auf die Wichtigkeit neuer Technologien zur Einhaltung der Pariser Umweltziele hingewiesen und die Rolle der EU als Vorreiter in der Umsetzung eingefordert.     

    Die Industrie ist hier bereits einen Schritt weiter. Innovative Chemieunternehmen haben nicht nur Nachhaltigkeit als wichtigen strategischen Pfeiler in ihrer Unternehmenskultur etabliert, sondern setzen verstärkt auf ein umweltfreundliches Portfolio und zukunftsweisende Technologien. Synthetische Kraftstoffe sind mittlerweile nicht nur eine Idee, sondern bereits entwickelt und getestet. Chemieunternehmen mit langfristiger Nachhaltigkeitsausrichtung haben konkrete Produktionsanlagen-Projekte gestartet. 

     

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    Hier erhalten Sie einen schnellen Überblick über die wichtigsten Ansätze:

    • Fischer-Tropsch-Verfahren (Biomass-to-Liquid - BTL)
      Benannt nach Franz Fischer und seinen Mitarbeiter Hans Tropsch, die 1925 am Kaiser-Wilhelm-Institut für Kohlenforschung in Mülheim an der Ruhr ein Verfahren zur Umwandlung eines Synthesegases aus Kohlenmonoxid und Wasserstoff in flüssige Kohlenwasserstoffe entwickelt haben. Mit dieser großtechnischen Methode kann jedes kohlenstoffreiche Material genutzt werden. Es ist daher besonders geeignet für die Verarbeitung von Biomasse, aus der Kerosin gewonnen werden kann.
    • Alcohol-to-Jet (ATJ)-Verfahren
      Aus pflanzlichen, überwiegend zuckerhaltigen Abfallstoffen wird bei dieser Technologie Alkohol erzeugt. Dieser Alkohol wird anschließend dehydriert und dann über übliche Raffinerieprozesse in Kerosin umgewandelt.
    • Power-to-Liquid (PTL)-Technologie
      Mit Hilfe von erneuerbarer Energie aus Sonne, Wasser oder Wind, CO2 und Wasser kann ein synthetisches Gas erzeugt werden, aus dem dann wiederum durch Synthese und Fraktionierung in einer Fischer-Tropsch-Anlage flüssiges Kerosin entsteht.
    • Sun-to-Liquid-Technologie
      Bei dieser Technologie spielt Sonnenlicht die entscheidende Rolle - in einem Solarreaktor spalten gebündelte Sonnenstrahlen ein Metalloxid in Metall- und Sauerstoffionen. Unter Zufuhr von Kohlenstoffdioxid und Wasserdampf bildet sich dann das synthetische Gas, welches anschließend mit Hilfe des Fischer-Tropsch-Verfahrens zu alternativem Kerosin umgewandelt wird. 
    • Hydrogenated Vegetable Oils (HVO)-Verfahren
      Hydrierte Pflanzenöle oder HVO sind Pflanzenöle, die mittels katalytischer Reaktion unter Zugabe von Wasserstoff (Hydrierung) in Kohlenwasserstoffe umgewandelt. HVOs können als Beimischung in Kraftstoffen eingesetzt werden oder diese auch vollständig ersetzen.
    • HEFA-Methodik
      In diesem Verfahren wird SAF auf Basis von Ester und Fettsäuren (Hydroprocessed Esters and Fatty Acids - kurz HEFA) produziert. Die Fette und Öle bestehend aus Altfetten, Nahrungsmittelabfällen, Pflanzenölen oder Fettsäuren aus dem Raffinationsprozess werden zunächst hydriert. Das so entstandene Öl, kann ähnlich dem Rohöl zu Kerosin raffiniert werden.

    Lesen Sie auch: Haltermann Carless: Beitrag zur klimaneutralen Luftfahrt mit SAF

     

    Fazit

    Die Zukunft im Flugverkehr wird grüner – dank neuer Technologien und alternativer Treibstoffe. Sustainable Aviation Fuels sind bereits heute erhältlich und ermöglichen ein klimaneutrales Fliegen. Sie zeigen zudem, was zukunftsorientierte und innovative Chemieunternehmen  für mehr Nachhaltigkeit leisten können.

     

    Themen: Nachhaltigkeit, Sustainable Aviation Fuel (SAF)

    Autor: Chris Hutchinson

    Autor: Chris Hutchinson

    Chris Hutchinson ist Head of Corporate Development & Sustainability bei Haltermann Carless. Er ist verantwortlich für die Weiterentwicklung der unternehmensweiten Nachhaltigkeitsstrategie. Dazu gehören beispielsweise die Ausrichtung des Portfolios auf erneuerbare Produkte sowie die Verbesserung der CO2-Bilanz in den Produktionsbetrieben. Seit über 20 Jahren im Unternehmen, verfügt er über umfangreiche Expertise im Bereich Vertrieb, Einkauf und Corporate Development.
    T: +44 1372 380416 E-Mail: CHutchinson@h-c-s-group.com

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