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Trends und Herausforderungen in der Chemielogistik

Geschrieben von Autor: Florenz Treschau | 21.1.2021

Die Chemielogistik ist seit jeher ein sensibler Bereich, der abhängig von sehr unterschiedlichen Einflüssen ist – und daher anfällig für Schwankungen und Instabilität. Das wird in der jetzigen Zeit mit vermehrten Lieferschwierigkeiten auf Grund der Covid-19-Pandemie besonders deutlich. Daneben gibt es aber noch weitere Herausforderungen, welche die gesamte Supply Chain betreffen. Welche Einflussfaktoren in der Chemielogistik Sie besonders im Blick haben sollten und welche Trends von Bedeutung sind, lesen Sie hier.

 

Chemielogistik ist systemrelevant

Chemieprodukte kommen in fast allen Industriezweigen zum Einsatz, in einigen Branchen sind sie jedoch unverzichtbar und vor allem zeitkritisch, zum Beispiel in der Pharmaindustrie oder im Automobilbereich. Eine funktionierende Chemielogistik hat daher bei Lieferanten, Herstellern und Kunden höchste Priorität. Auf kleinste Veränderungen, Verzögerungen oder Schwankungen in der Lieferkette reagiert nachfolgend ein ganzes System – schlimmstenfalls mit Produktionsausfällen und Lieferschwierigkeiten an Endkunden. Das würden Verbraucher auch ganz praktisch im täglichen Leben spüren, zum Beispiel wenn relevante Konsumgüter nicht oder verspätet verfügbar wären. Einkäufer, Logistiker und Supply Chain-Verantwortliche stehen daher häufig vor großen Aufgaben und enormen Zeitdruck.

 

 

Herausforderungen in der Chemielogistik erkennen

Um auf Veränderungen in der Lieferkette reagieren zu können, ist eine Risikobewertung der eigenen Logistik von großer Bedeutung. Nur so ist eine intelligente Planung und Steuerung von Wertschöpfungsketten möglich. 

5 zentrale Einflussfaktoren in der Chemielogistik:

    1. Wirtschaftssituation: Logistik ist immer abhängig von der aktuellen politischen und wirtschaftlichen Weltsituation. Embargos, Krisengebiete, aber auch Handelszölle erzeugen instabile Verhältnisse und erschweren häufig die Zuverlässigkeit und Pünktlichkeit in der Supply Chain.
    2. Regulatorik: Zunehmende gesetzliche Anforderungen wie Transportregularien, Zollvorschriften, aber auch Arbeitssicherheit oder Datenschutz müssen eingehalten und umgesetzt werden. Dies erfordert flexible Strukturen, um permanente Anpassungen vornehmen zu können.
    3. Lieferfähigkeit: Lieferfähigkeit hat verschiedene Aspekte. Zum einen Lieferschwierigkeiten bei der Produktion hinsichtlich Kapazitäten oder auf Grund fehlender Technologien, sowie einer Verknappung von Rohstoffverfügbarkeit auf dem globalen Chemiemarkt. Zum anderen die Liefer- bzw. Transportfähigkeit. Kunden benötigen zunehmend individuelle und maßgeschneiderte Logistiklösungen. Hier hat eine breit aufgestellte und serviceorientierte Chemielogistik Vorteile. 
    4. Komplexität: Die Anforderungen an die moderne Chemielogistik sind enorm: Flexibilität, Resilienz und Reaktionsfähigkeit sind wichtige Faktoren, um Lieferketten aufrecht zu erhalten und Kundenvertrauen zu bewahren.
    5. Technologiewandel: Digitalisierung ist das zentrale Instrument, um alle Beteiligten besser zu vernetzen, Daten schneller zu kommunizieren und Veränderungen oder Störungen besser entgegen treten zu können. Neue Technologien ermöglichen vernetzte Logistikwege, permanente Transparenz über die Lieferung, aber auch eine Verbesserung beim Thema Nachhaltigkeit zum Beispiel durch Tools wie das Time-Slot-Management.

 

Exkurs: Die Covid-19-Pandemie hat die Chemielogistik vor ganz besondere und in der Form noch nie dagewesene Herausforderungen gestellt. Die Krise ist ein Stresstest für die Chemielogistik: Einbrüche bei der Nachfrage, zerbrochene Lieferketten, Minimierung der Transportkapazitäten, Grenzschließungen und Ausfall an Personal verursachten zu Beginn große Probleme. Produktionsstillstände waren ein Worst-Case-Szenario.

Die Liefersicherheit konnte in der chemischen Industrie jedoch weitestgehend gewährleistet werden. Unter anderem dank einer vielfältigen und weltweiten Einkaufs- und Beschaffungspolitik (Sourcing) konnten Kunden ohne große Beeinträchtigungen versorgt und beliefert werden.

 

Stabilität der Supply Chain durch Transparenz und Serviceorientierung

Den sich schnell verändernden Bedingungen begegnet die chemische Industrie, im Gegensatz zu anderen produzierenden Branchen nicht mit einem hohen Grad an Logistik-Outsourcing. Die Ausrichtung liegt verstärkt auf einem agilen und flexiblen Lieferketten-Management, bei dem marktspezifische und kundenorientierte Lösungen angeboten werden. Transparenz durch verstärkte Digitalisierung, aber auch eine engere Zusammenarbeit ermöglichen es auf Änderungen schneller reagieren zu können und die Supply Chain langfristig zu stabilisieren.

 

Trends in der Chemielogistik

Entwicklungen, die nun umgesetzt werden, waren schon vor der Pandemie Trendthemen. Die Covid-19-Krise hat, wie unter einem Brennglas, zu einer Beschleunigung verschiedener Ansätze geführt. 

Entscheidend für die Zukunft sind dabei

  • eine bessere Vernetzung aller Glieder der Wertschöpfungskette durch Digitalisierung,
  • regionale Beschaffung innerhalb Europas,
  • Diversifizierung der Logistikketten, um mit allen Verkehrsträgern flexibel agieren zu können,
  • Chemielogistik kunden- und produktspezifisch auszurichten und nicht nach „one Supply Chain fits all“ zu verfahren und
  • Transparenz durch verstärkte Kommunikation und engen Dialog.

 

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Fazit

Die Herausforderungen in der Chemielogistik sind heute, auch durch die unsichere Situation, vielfältig. Lieferanten und Hersteller können durch digitale Lösungen, enge Kundenbindungen sowie Diversität vom Lieferanten bis zum Transportnetzwerk flexibel auf Veränderungen und Schwankungen reagieren. Sprechen Sie dazu Ihre Lieferanten konkret an und informieren Sie sich über die Ausrichtung seiner Chemielogistik.

 

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